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1999 Tuvia Rübner

Tuvia Rübner

Tuvia Rübner (* 30. Januar 1924 in Bratislava/Preßburg als Kurt Rübner) wuchs in einer deutschsprachigen jüdischen Familie in Preßburg auf. Nachdem seine Eltern und seine Schwester nach Polen deportiert worden waren, konnte er 1941 im letzten Augenblick mit einer Gruppe von zehn Jugendlichen nach Palästina auswandern. Seine Angehörigen wurden mutmaßlich 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet. Im Kibbuz Merchawia war er zunächst Schafhirte und arbeitete im Weinberg oder auf dem Feld. Er heiratete 1944, 1949 kam seine Tochter Miriam zur Welt. Kurz darauf starb seine Frau Ada bei einem schweren Busunglück, das Tuvia Rübner schwer verletzt überlebte. Er konnte keine körperlichen Arbeiten mehr verrichten und wurde deshalb Bibliothekar und Literaturlehrer an der Mittelschule im Kibbuz. Ohne spezielle akademische Ausbildung wurde er später Lehrer an einem Lehrerseminar und Universitätsprofessor. Seine zweite Frau Galila Jisreeli, von Beruf Konzertpianistin, lernte er 1953 kennen; mit ihr hat er zwei Söhne, Idan und Moran.

Als Abgesandter der Jewish Agency ging Rübner von 1963 bis 1966 nach Zürich, an der dortigen Universität hörte er Vorlesungen von Emil Staiger und Wolfgang Binder.

Früh lernte er den Literaturwissenschaftler Werner Kraft kennen, der ihn förderte und ermutigte in seiner Laufbahn als Schriftsteller und Literaturwissenschaftler. Auch Ludwig Strauß war Förderer und wurde zum Freund. Rübner war Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Haifa bis zu seiner Emeritierung 1992.

Tuvia Rübner lebt mit seiner Frau Galila Jisreeli-Rübner im Kibbuz Merchawia.

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und die Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur haben Rübner als korrespondierendes Mitglied aufgenommen.

Auszeichnungen

1994 Zürcher Steinberg-Preisden Christian-Wagner-Preis
1999
den Jeanette Schocken Preis
1999 für seine Übersetzung von Agnons Roman Schira den Paul-Celan-Preis
2002 Jan-Smrek-Preis (Bratislava)
2008 den Israel-Preis für Literatur
2008 Theodor-Kramer-Preis