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1995 Louis Begley

Louis Begley

Louis Begley wurde als Ludwig Beglejter an 6. Oktober 1933 in Stryj (Galizien) im damaligen Polen geboren. Er blieb Einzelkind. Sein Vater, ein Arzt, war gezwungen, sich der russischen Armee anzuschließen und verbrachte den Großteil des Krieges in Samarkand. Begley und seine Mutter blieben bis zur Errichtung des Ghettos in Stryj. Mit Hilfe falscher Papiere, die sie als katholische Polen auswiesen, flüchteten sie zuerst nach Lwów, dann nach Warschau. Dort erlebten sie den Untergang des Warschauer Ghettos. Das Ende des Krieges brachte beide in Krakau wieder mit Begleys Vater zusammen. Die Familie behielt weiterhin den falschen polnischen Namen und wagte es auch nach dem Krieg nicht, sich zu ihrer jüdischen Identität zu bekennen. Mit dem Schuljahr 1945/46, das Begley am Jan-Sobieski-Gymnasium in Krakau verbrachte, erhielt er den ersten formellen Unterricht. Bis dahin war er nur privat unterrichtet worden. Die Familie verließ Polen im Herbst 1946, um von Paris aus in die Vereinigten Staaten auszuwandern. Am 3. Februar 1947 kamen sie in New York an und ließen sich im Herbst 1948 in Flatbush nieder. Begley besuchte dort die Erasmus Hall High School, die er 1950 abschloss. Im selben Jahr erhielt er ein Stipendium der Harvard University und studierte neben Jura gemeinsam mit John Updike Englische Literatur und schloss mit Auszeichnung ab. Darauf folgte der Dienst in der US-Armee, die letzten 18 Monate davon in Göppingen mit der 9. Division.

Anschließend entschied sich Begley für eine Berufstätigkeit als Rechtsanwalt. Sein spätes literarisches Debüt Lügen in Zeiten des Krieges verfasste er während eines Sabbaticals. In dem Roman verarbeitet er autobiografisch seine Erlebnisse als Jude in Polen unter der Naziherrschaft. Auch nach dem Erfolg als Schriftsteller blieb er als Jurist tätig. Von 1993 bis 1995 war er Präsident des amerikanischen P.E.N.-Zentrums.

Auszeichnungen

1995 erhielt Louis Begley den Jeanette Schocken Preis
2000 wurde er mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet
2008 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Heidelberg.