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Péter Esterházy, Preisträger 2013

Die unabhängige Jury des Jeanette Schocken Preises- Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur, Dr. Gabriele von Arnim, Zsuzsanna Gahse, Nico Bleutge, Dr. Hugo Dittberner und Wend Kässens haben einstimmig den Preis dem ungarischen Schriftsteller Péter Esterházy in Anerkennung seines Gesamtwerkes zugesprochen.

Zur Begründung hat die Jury ausgeführt:

„Der grammatische Raum bin ich“, schrieb Péter Esterházy
in seinem „Produktionsroman“, der im ungarischen Original 1979 – und nun auch bei uns – erschienen ist. Mit seinen Sprachspielen und der subversiven Erzählweise unterlief er damals die Zensur, die in dem klugen Witz seiner Geschichten die darin enthaltene Kritik an der Diktatur übersehen hatte. Dabei war Esterházy von Anfang an ein genauer Chronist; seit jeher erzählt er von gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen, und so gehört er zum literarischen Gewissen seines Landes.
Péter Esterházy ist ein Autor von europäischem Rang. Seine Bücher wurden bisher in dreißig Sprachen übersetzt.


Ende der achtziger Jahre ist seine „Einführung in die schöne Literatur“ erschienen, ein Jahrhundertwerk, in dem die Sprache mitredet und mit der Weltliteratur einen Dialog aufnimmt. Die „Kleine Pornographie Ungarns“ – ein Buch innerhalb dieses riesenhaften Werkes – betreibt schon im Titel ein listiges Spiel, denn die Anfangsbuchstaben (KPU beziehungsweise auf Ungarisch KMP) verweisen auf die kommunistische Partei Ungarns, die hier eine Hauptrolle spielt.

Mit Péter Esterházy ist ein Erzähler als literarische Instanz präsent, der uns die „Gattung Buch“ neu erscheinen lässt: Wir betreten ein Texthaus von Größe und Schönheit, in dem der Leser gut leben kann.

Die bundesweit einzigartige Auszeichnung wird von Bremerhavener Bürgerinnen und Bürgern alle zwei Jahre in mahnender Erinnerung an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten vergeben.
Die Preisverleihung findet am 5. Mai 2013, 11.00 Uhr im Historischen Museum Bremerhaven, An der Geeste, statt.
Zu den bisherigen Preisträgern gehören u. a. Imre Kertész, Louis Begley, George Tabori, Barbara Honigmann, Lizzie Doron, Ursula Krechel und Richard Sennett.

zum Veranstaltungsflyer 2013 >>

20 Jahre Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur

Jeanette Schocken Verein legt Dokumentation vor: Der Literaturpreis, der allein aus den Spenden Bremerhavener Bürgerinnen und Bürger aufgebracht wird, wurde im Jahre 1989 ins Leben gerufen. Zu Ehren der Preisträgerinnen und Preisträger und Jeanette Schocken zu Ehren veröffentlicht der Verein eine Dokumentation ...

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Die einzige Fotografie, die wir von Jeanette Schocken haben, zeigt uns das Gesicht einer ­jungen Frau, die lächelt. Je länger man das Bild betrachtet, desto mehr tritt das Lächeln zurück: Im Dunkel der Augen, im gesenkten Lid über dem Blick ... mehr >>

Jeanette Schocken Preis

Für den Jeanette Schocken Preis- Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur können Autorinnen und Autoren sich nicht selbst bewerben. Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger obliegt der unabhängigen Jury.  ... mehr >>

Preisträger

Der Jeanette Schocken Preis wurde 1991 erstmals vergeben an die deutsch-amerikanische Schriftstellerin Irene Dische. 1993 erhielt die polnische Autorin Hanna Krall den Preis. Es folgten: Louis Begley (1995) ... mehr >>

  • Péter Esterházy
  • Richard Sennett
  • Ursula Krechel
  • Lizzie Doron
  • Bei Dao
  • George Tabori
  • Barbara Honigmann
  • Tuvia Rübner
  • Imre Kertész
  • Louis Begley
  • Hanna Krall
  • Irene Dische

Auszeichnungen

2009
Am 7. September 2009 wurde der Jeanette Schocken Verein mit dem „Stifterpreis der Bremerhavener Wirtschaft" ausgezeichnet.

2006
Ausgezeichnet im Wettbewerb „Deutschland- Land der Ideen“ ... mehr >>